Matthias Bernauer - Freiburg im Breisgau
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Rueckstellungsarten


Ein VerbindlichkeitenSpiegel ist nicht vorgeschrieben, jedoch müssen gem. §268 alle Kapitalges. Verbindlichkeiten bis zu einem Jahr gesondert ausweisen. Verbindlichkeiten länger 5 Jahre müssen im Anhang auf die Art und Form der Sicherung erläutert werden.


Wahlrückstellungen (in der HB!)

  • für unterlassene Instandhaltung, die im 4. bist 11. Monat des Folgejahres erfolgen

  • Aufwandsrückstellungen, die Ihrer Eigenart nach genau umschrieben werden (urspr. verboten, doch durch EU im BilriG), z.B.
    - Großreparaturen, die damit nicht in einem Jahr zu exorbitanten Verlusten führen, sondern
    gleichmäßig auf die Perioden des tatsächlichen Werteverzehrs verteilt werden
    - Generalüberholung, z.B. alle 25Jahre bei Staudämmen (Kosten ungewiss --> Rückstellung)
    z.B. Turbinen alle 1000h überprüfen (Zeitpunkt ungewiss)

    was geschieht, wenn das Unternehmen zuvor aufgelöst wird?


    --> Wahlrecht --> freiwillig --> Auflösung jederzeit möglich.

    Wahlrechte dürfen auch jederzeit für vergangene Perioden (z.B. letzten 3Jahre) nachgeholt werden, z.B. kann nach Auflösung der RSt. Der Grund wieder eintretten.


Art der Rückstellung

Ansatz in der HB

Ansatz in der SB

Für drohende Verluste

Pflicht

Verbot gem §5, Abs4a EStG

Unterl. Instandhaltung 4.-12. Monat

Wahlrecht

Verbot (in der HB Wahlrecht)

Aufwandsrückstellungen

Wahlrecht

Verbot (in der HB Wahlrecht!)

Ungewisse Verbindlichkeiten
--> Bau eines Atomzwischenlagers
--> z.B. für Patent-/Urh-Verletzung
sobald mit Inanspruchnahme
ernsthaft zu rechnen ist.

Pflicht

Teilw. Verboten §5 Abs.4b EStG
Verbot, wenn spätere Aktivierung

Unterl. Instandhaltung 1.-3. Monat

Pflicht

o.k.

Abraumbeseitigung

Pflicht

o.k

Kulanzleistung

Pflicht

o.k.


Passivierungswahlrecht

Passivierungsverbot


Aktivierungswahlrecht

Aktivierungspflicht


RAP (dienen der periodengerechten Zuordnung und müssen daher gebildet werden)

  • Pflicht

    • aktivische für Ausgaben vor und Aufwand nach dem Bilanzstichtag,
      z.B. Vorauszahlungen für Miete, Versicherung, Steuern, Beiträge

    • passivische für Einnahmen vor und Erträge nach dem Bilanzstichtag
      z.B. Einnahmen aus Wartungsverträgen, Baukostenzuschüsse

  • Wahlrecht: entweder Aktivierung als sofortiger Aufwand oder als RAP
    u.a. Disagio §250 für Verbindlichkeiten, Zölle und Verbrauchersteuern des Vorratsvermögens.



Eventualverbindlichkeiten (Haftungsverhätnisse, §251)

sind (muss!) unter der Bilanz oder im Anhang anzugeben, da sie kein Bestand darstellen.

z.B. bei Weitergabe von Wechsel, da jederzeit der Rückgriff auf jeden Beteiligten möglich ist

z.B. Bürgschaften (keine Verbindlichkeit), Dividendengarantien, unechtes Factoring
Sie dürfen in einem Betrag angegeben werden.


Gegenstände werden dem AV zugerechnet, wenn sie dauernd (>1Jahr ab Kauf) im Unternehmen verbleiben. Für die Feststellung, ob das Gut ein Jahr oder länger genutzt wird, ist ausschl. die Situation beim Kauf ausschlaggebend.


Es gibt Bilanzposten, die weder AV noch UV sind, oder aber in beide Kategorien passen würden, z.B. Programmvermögen der TV-Anstalten, Vieh des Landwirts, Spielervermögen von Vereinen.

Sofern dadurch mehr Einblick gewährt wird, dürfen zusätzl. BilanzPosten gebildet werden.


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