Matthias Bernauer - Freiburg im Breisgau
      Start > Skript-Sammlung > Bilanzierung > Nichterfüllung der Rechnungslegungs... >>







Nichterfüllung der Rechnungslegungspflichten


  1. Verletzung der Buchführungspflicht

    • gar keine Buchführung

    • keine oder fehlerhafte Inventur

    • keine Belege zu den Buchungen

    • Verletzung der Aufbewahrungspflicht

  1. keine oder verspätete Aufstellung des Jahresabschlusses oder Teile davon

  2. Bilanzverschleierung
    richtige Bilanzansätze, jedoch unklar dargestellt --> Verstoß gegen Bilanzklarheit
    z.B. falsche Gliederung. Nur ernsthaft, wenn ein sachverständiger Dritter Probleme damit hat
    z.B. Verstoß gegen das Saldierungsverbot

  3. Bilanzfälschung: Lage wird bewusst unrichtig dargestellt

    • gegen den Grundsatz der Vollständigkeit, z.B. Weglassen von Aktiva (UE, Waren, Bargeld, Rohstoffen, Nichtverbuchen von Einnahmen) oder Passiva
      bspw. vergessene Gebrauchtwagen eine Autohändlers oder vertuschte Schulden

    • nicht vorhandene Aktiva fingieren

    • Privatentnahmen als Aufwand der Gesellschaft

    • passivieren fingierter Verbindlichkeiten (angebliches Darlehen von Verwandten)

    • erfundene Umsätze, z.B. Camroad mit 98% fingierten Umsätzen eines Hauptkundens

    • schwieriger zu finden: vorsätzlich falsche Bewertung einzelner Posten

  1. Offenlegungspflicht verletzt: zu spät oder gar nicht erfüllt


Der Versuch der Steuerhinterziehung beginnt erst mit Erklärung gegenüber Finanzbehörden.

StGB §283: Pos 1 bis 4 sind grundsätzlich nicht strafbar, jedoch in Verbindung mit einer eingetretenen Zahlungsunfähigkeit oder überschuldung, die nichts mit der Verletzung der Pflicht zu tun haben muss folgen bis zu 5 Jahren Haft.

HGB §331: Pos 1 bis 4 bringen bei vorsätzlicher Handlung bis zu 3 Jahren Haft. Bei betrügerischer Absicht (Schädigung anderer) bis zu 5 Jahren.

Position 5 wird als Ordnungswidrigkeit gehandhabt:

  • Bußgeld bis zu 25T€ gem. §334

  • Zwangsgeld bis zu 5T€ gem §335 HGB

  • Ordnungsgeld zw. 2.500 und 25000€ gem. §335a


Wer Straftaten des §283 aus Gewinnsucht verübt oder wissentlich andere Personen in Gefahr des Verlusts anvertrauter Vermögensgegenstände oder in wirtschaftliche Not bringt, macht sich des

besonders schweren Fall des Bankrotts strafbar (6Monate-10Jahre)

Die Verletzung der Pflichten erfordert kein Täuschungserfolg oder tatsächlich eingetretener Vermögensschaden, sondern es genügt bereits das abstrakte Gefährdungsdelikt zur Ahndung.


Google MSN Suche
<< Start | Studium | Poolmgr | Tanzen | GPG | Impressum >>
Matthias Bernauer