Matthias Bernauer - Freiburg im Breisgau
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Bewertungsprinzipien

Kernproblem: Erstellen der Bilanz = Bewertungsproblem


Der Wert der Güter (Objekte) haben für den Bilanzierenden (Subjekt) einen Wert (individ. Nutzen)
--> kein eindeutiger Wert
--> Gesetze beschränken lediglich den Bewertungsspielraum und geben Kirterien für die
Bewertung vor. Dieser Spielraum ermöglicht Bilanzpolitik



§252 HGB
historische AK / HK sind Wertobergrenze
abnutzbares Wirtschaftsgut des AV: Maschinen --> planm. Abschr. Pflicht

nicht abnutzbares Wirtschaftsgut des AV: Grundstücke, Finanzanl. --> außerpl. Abschreib.

nicht abnutzbares Wirtschaftsgut des UV: Forderungen, UE / FE --> außerpl. Abschreib.


10 Gebote nach §252

  • Grundsatz der Bilanzidentität (Währungsreform oder neues Bilanzrecht als Ausnahme)
    --> Bilanz ist zweischneidig: über-/Unterbewertung dieses Jahr wird im folgenden neutralisiert

  • going-concern-Prinzip
    sofern nicht tatsächliche Gegebenheiten entgegenstehen. Zerschlagungswert wäre geringer.

  • Stichtagsprinzip
    Dieser muss das Ende eines Monats sein. In der Landwirtschaft i.d.R. nach der Ernte.
    I.d.R. auch nicht vor der Hauptgeschäftszeit, da dann Lager besonders voll und Verkäufer durch Inventur vom Verkauf abgehalten werden.
    Der Wertansatz entspricht jedoch nicht unbedingt dem Wert am Stichtag (Vorsichtsprinzip)
    Durchbrechung des Stichtagsprinzip: UV in naher Zukunft erwarteterweise niedriger

  • Prinzip der Einzelbewertung
    spezielle Ausprägung des Brutto-Prinzips, damit Güter nicht saldiert werden.

  • Vorsichtsprinzip und Wertaufhellungstheorie
    d.h. im Zweifel eher ärmer zu rechnen als er ist. Begründung: Unsicherheit der Entwicklung.
    Schutz vor Fehlinvestition oder zu hoher Gewinnausschüttung --> Tendenz: Aktiva unterbew., Passiva überbewertet jedoch nur im Zweifel! Willkür oder vorsätzliche Bildung stiller Reserven entspricht nicht dem Vorsichtsprinzip. Das Vorsichtsprinzip hat Vorrang vor der periodengerechten Gewinnzuordnung, z.B. Aktivierungsverbot für selbsterstelltes Immaterielles

    • Realisationsprinzip
      Gewinne dürfen nur dann ausgewiesen werden, wenn sie realisiert wurden
      Der Zahlungsvorgang spielt dabei keine Rolle, sondern die Beendigung des Anspruchs.
      Die Obergrenze sind die historischen Anschaffungskosten

    • Tages-/Zeitwertprinzip
      fordert die Bewertung zum Tageswert (Wiederbeschaffungswert, Veräußerungswert)
      Hat den Ausweis unrealisierter Gewinne/Verluste zur Folge. Anw. daher beim NiederstwP


  • Niederstwertprinzip
    von mehreren Werten wird der niedrigste angesetzt --> unrealisierte Gewinne werden nicht
    angesetzt, unrealisierte Verluste jedoch schon --> Ungleichbehandlung --> Imparitätsprinzip
    Das Niederstwertprinzip bezieht sich auf die Aktivseite:
    §253 Bei voraussichtlicher (bei Unsicherheit) dauernder Wertminderung, muss AV a.o.
    abgeschrieben werden. Jedoch nicht bei jeder Preisschankung!
    Ist die Wertminderung des AV voraussichtlich nicht dauernd, so darf (muss nicht) der
    niedrigere Wert angesetzt werden (gemildertes Niederstwertprinzip)
    Für Nicht-KG gilt das gemilderte NWP für das gesamte AV, bei KG nur für das Finanz-AV
    Beim UV gilt für alle das strenge NWP, d.h. selbst bei nur vorübergehender Wert-
    minderung am Bilanzstichtag muss abgeschrieben werden.
    In der Steuerbilanz ist die Abschreibungen auf den niedrigeren Teilwert nur bei vorauss.
    dauernder Wertminderung zulässig (gilt für AV, UV, nicht-abnutzbares AV)
    Wird das gemilderte NWP in der HB angewandt, kommt es also zu untersch. Ansätzen.
    Die Gewinne der HB und SB unterscheiden sich --> latente Steuern

  • Höchstwertprinzip (Passiv-Seite)
    Insb. bei Verbindlichkeiten und Rückstellungen. Für mittel- und lfr. Verbindlichkeiten (>1Jahr) ist zunächst der Briefkurs zum Zeitpunkt der Entstehung der Währungsverb. heranzuziehen. Beim Steigen der Kurse, wird der höhere Wert angesetzt, beim Fallen der urspr. bilanzierte Wert nicht unterschritten. In der HB besteht ein Abzinsungsverbot (Ausnahme: Pensionsrückstellungen), in der SB ein Abzinsungsgebot für Verbindlichkeit mit 5,5% nach §6EStG ausgenommen verzinsliche Verbindl., oder Verbindl.<12Monate

  • Wertaufhellung
    Alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, müssen in der Bilanz berücksichtigt werden, wenn diese Risiken erst zwischen Abschluss-stichtag und Erstellung bekannt geworden sind. D.h. berücksichtigt werden Informationen über Vorgänge vor dem Bilanzstichtag, die vor Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt werden.
    'Wertbeeinflussende' Ereignisse, die zu einem anderen Wertansatz geführt hätten, wären sie eher eingetreten, dürfen nicht berücksichtigt werden. Bessere Erkenntnisse über die Vehältnisse des Bilanzstichtages nach der Bilanzerstellung dürfen nicht berücksichtigt werden.

  • Gläubigerschutzprinzip
    Ziel: Erhaltung einer hohen Haftungssubstanz als Sicherheit für Forderungen der Gläubiger.
    zu hohe Gewinnausweisung und -ausschüttung verhindern

  • (Perioden-)Abgrenzungsprinzip
    Aufwendungen und Erträge sind unabhängig der entspr. (Ein-/Aus-)Zahlung zu berpcksichtigen
    Periodisierung der Geschäftsvorfälle / verursachungsgerechte Zurechnung / Trennung von Aufwand und Ausgaben / periodengerechte Gewinnermittlung --> Begründung für Aufw.RSt.
    Abweichungen: WR bzgl. Disagio, Firmenwert, SmR, AufwandsRSt, gemildertes NWP (UV)
    --> Nicht-Aktivierung bzw. Passivierung --> Aufwand wird früher verrechnet --> später anfallende Erträge (in der HB) sind nur buchmäßig

  • Bewertungsmethoden-Stetigkeit
    d.h. angewandte Bewertungsmethoden sollen beibehalten werden --> Vergleichbarkeit
    Die Ausübung von WR betrifft dies nicht. Diese können jedesmal neu entschieden werden.
    Bei neuem Sachverhalt (z.B. neuere Technik der Ersatzmaschine, anderen witschaftlichen Rahmenbedingungen, veränderte Nachfrage) darf ein Methodenwechsel stattfinden.
    Die Druchbrechung des Grundsatzes muss bei KG im Anhang angegeben und begründet sowie deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dargestellt werden

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