Matthias Bernauer - Freiburg im Breisgau
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Ausweiswahlrechte



Wie nutzt der Bilanzierende seine Wahlrechte, Dinge in der Bilanz/GuV oder im Anhang anzug.?



  1. UKV oder GKV

! Umsatzerlöse sind immer ohne USt. !

Posten

GKV

UKV

1

Umsatzerlöse

Umsatzerlöse

2

+/- Bestandsveränderungen UE/FE

- Herstellkosten der zum Umsatz zu erziel. erbrachten Leistungen

3

+ andere aktivierte Eigenleistungen

= Bruttoergebnis vom Umsatz

4

+ sonstige betr. Erträge

- Vertriebskosten

5

- Materialaufwand
a) RHB und bezogene Waren
b) bezogene Leistungen

- allg. Verwaltungskosten

6

- Personalaufwand
a) Löhne und Gehälte
b) Sozialabgaben und Altersvers.

+ sonstige betr. Erträge

7

- Abschreibungen

- sonstige betr. Aufwendungen

8

- sonst. betr. Aufwendungen


=

= Betriebsergebnis

9 8.

Erträge aus Beteiligungen (verbundene Unternehmen)

109.

+ Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des FinanzAV

1110.

+ sonstige Zinsen und ähnliche Erträge von verb. Unternehmen

12.-11.

- Abschreibungen auf FinanzAV und auf Wertpapiere des UV

13.-12.

- Zinsen und ähnliche Aufwendungen an verb. Unternehmen


= Finanzergebnis

14/13

= Erg. der gew. Geschäftstätigkeit

15/14

+ a.o. Erträge

16/15

- a.o. Aufwendungen

17/16

= a.o. Ergebnis

18/19

- Einkommens/Ertragssteuer

20/19

= Jü / JF


kleine und mittelgroße
Kapitalgesellschaften dürfen beim GKV 1+5, beim UKV 1+2+6=Rohergebnis zusammenfassen (nicht vergleichbar!).



Merkmale UKV: Umsatzkosten, Funktionskosten, keine Artenkosten, keine Bestandsänd.

sonstig betriebliche Ert./Aufw. bezieht sich auf die gew. Geschäftstätigkeit und schließt
damit alle aperiodischen, betr. Geschäftsvorfälle ein
Im a.o. Ergebnis sind nur noch Aufw./Ertr. außerhalb der gew. Geschäftstätigkeit, u.a.:

        • Verluste/Erträge aus Anlagenabgängen

        • Erträge aus Zuschreibungen

        • Erträge aus der Auflösung von Pauschalwertberichtigungen auf Forderungen

        • Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen

        • Einstellungen / Auflösungen von SmR



1. SmR
weiteres Ausweiswahlrecht: SmR müssen in der GuV oder im Anhang gesondert ausg. werden



2. Anlagenspiegel (-gitter) nach §268

Pflicht für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften entweder im Anhang oder der Bilanz
(Ausweiswahlrecht). Zeigt die Entwicklung des AV, denn Bilanz zeigt nur aktuelle Werte des AV am Bilanzstichtag (nur Saldo aus Zugänge, Abgänge und Abschreibungen erkennbar)


AB zu AK/HK

Zugänge des GJ zu AK/HK

Abgänge des GJ zu AK/HK

Umbuch. des GJ zu AK/HK

Kum. Abschreibungen

Abschr. des GJ nachrichtl

Zuschreibungen des GJ

Buchwert am Ende des GJ

Buchwert Vorjahr


Abschreibungen des Geschäftsjahres müssen entweder in der Bilanz oder im Anhang angegeben werden (Ausweiswahlrecht). Zweckmäßig sollten sie jedoch im Anlagenspiegel aufgef. werden.


Unterteilung in Sach-, Finanz-, und immaterielles AV (#8)


  • Umbuchung: bspw. selbsterstellte Maschinen von 'Anlagen im Bau' nach 'Maschinenausstattung'

  • kumulierte Abschreibungen dürfen sich nur auf Anlagen beziehen, die am Bilanzstichtag noch im Betrieb sind. Abgänge sind daher von den kum. Abschreibungen abzuziehen. Daher gilt nicht Abschreibungen des GJ = kum. Abschreibungen GJ kum. Abschreibungen Vorjahr.

  • Zuschreibungen vor allem dann, wenn es zuvor zu außerordentlichen Abschreibungen kam
    Zuschreibungen = teilweise Rückgängigmachung a.o. Abschreibungen
    z.B. Gerücht, dass Boden kontaminiert führte auf Grund des Vorsichtsprinzip zur a.o. Abschr.
    Fällt es weg, gilt das Wertaufholungsgebot, d.h. das Rückgängigmachen ist Pflicht, sobald
    der Grund der a.o. Abschreibung entfallen ist.
    z.B. zeitweise politische Enteignung, Wertpapiere des AV mit vermutl. dauerhafter Wertmind.
    Hinzukauf oder Ausbau von Bestandteilen sind keine Zuschreibungen, da zuvor ja keine Abschreibung stattfand --> zusätzliche AHK/HK
    Bei Zuschreibungen müssen die kumulierten Abschr. im nächsten Jahr korrigiert werden
    Auch deshalb sind die Abschr. des aktuellen GJ nicht durch Differenzbildung zu berechnen

  • Abgänge von AV nicht zu Restbuchwerten oder Verkaufswert, sondern zu den originären AHK!!


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