Matthias Bernauer - Freiburg im Breisgau
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Managerentlohnung


in Deutschland besteht keine Publikationspflicht über Managerlöhne. Das Vorstandsgrundgehalt muss nur in der Summe aufgeführt werden. Die Verteilung ist unbekannt. Prämien (leistungsabhängige und leistungsunabhängige) müssen im Anhang als Summe ausgewiesen werden


Publikation ideal von:

  1. Grundgehälter

  2. aller Prämien (auch leistungsunabhängiger)

  3. Pensionsansprüche

  4. nicht finanziellen Leistungen (Firmenwagen, etc.)


seltsam in der deutschen Diskussion um Managerentlohnung:

Anteilseigner (eigentlicher Vertragspartner) beteiligen sich nicht an der Diskussion

Regierung mischt sich ein. Wird sie geschädigt ??? Aufsichtsräte mischen sich ein,

in anderen Länder viel mehr Einmischung, bspw. durch Fondsmanager


Beispiel Mannesmann: Staatsanwalt (und keine Anteilseigner) fühlte sich geschädigt

klar: Esser steigerte den Marktwert Mannesmanns in wenigen Jahren von 20Mrd auf über 300Mrd.

Angeklagt wurde er wegen Bereicherung von 'wenigen' 40M€.


Mike Eissner (Walt Disney) schloss 1982 Vertrag mit relativ geringem Grundgehalt und renditeabhängiger Prämie: wenn Disney (damals < 2%), mehr als 6% erzielt (Branchenschnitt war 4% − 5%), Optionskontrakt, Aktienkurs 1982 14$ - 15 $

Laufzeit 10 Jahre, Basispreis 85$, Ausübung des Optionsrecht 250 Mio $

überproportionale Steigerung beginnt in den 80er: Optionsanteil steigen als Bestandteile in der Managerentlohnung


Optionsentlohnung als zusätzliche Entlohnung: W = X(Kt − B), wenn Kt > B, sonst 0

X: Anzahl der Bezugsrechte

Kt: Aktiekurs in t Jahren (mind. 5 Jahre)

B: Basispreis (meistens der heutige Aktienkurs)

Wovon hängt die zeitliche Entwicklung der Aktienkurse ab? Steuerreform, steigen in Inflationsphasen,... Also zum Einen weil das Management gut war, zum Andern durch Allgemeine Faktoren. Wie können dieses unverdienten Faktoren verhindert werden ?

z.B. Vergleichsdepots z.B. besser als DAX -> konditionierte Option

z.B. Henkel erst wenn 20% besser als Branchenvergleichsportfolio

Option wirken immer assymetrisch:
Manager sind nur an den Gewinnen beteiligt, nicht an den Kosten.

Option führt zu höheren Innovationsneigung, aber auch zu Manipulationen

“earnigs Managment”: Kurz vor Ende der Haltefrist haben Manager Anreiz zum Lügen


Managergehalt = 50%Grundgehalt + 25%Boni + 25% LTI

Boni : kurzfr. Anreize, früher an RoE, Bilanzdaten, EK-Rendite, Residualgewinn orientiert

LTI : Longterm Insentivs


Residualgewinn = qM = (1+r)M = (1+risikoloser Zinssatz)Marktwert zu Beginn der Periode

  • Residualgewinn ist die Differenz zwischen Gewinn und risikofreiem Zins. Was, wenn kein Marktwert existiert? In der Bilanz sind keine kalkulatorischen Zinsen des EKÂ’s enthalten. Wenn der Manager am Bilanzgewinn beteiligt ist, wird er soviel EK wie möglich verwenden. Deshalb mit i als Schranke

  • Boni betreffen laufende Periode

  • LTI langfristige mehrjährige Durchschnitte der Bilanzdaten --> Hohe Relevanz zu Bilanzdaten --> Aus LTI wurden die Optionen


Befunde:

  • starke internationale Unterschiede im CEO-Arbeiter-Differential
    Internationales Lohndifferential zwischen Vorstandsvorsitzendem und durchschn. Facharbeiter schwankt stark: Japan=17 / Frankreich/Deutschland=24 / USA=107
    Japan: Die Managerentlohnung beinhaltet zusätzliche Rechte, die nicht in der Bilanz stehen z.B. lebenslange Mitgliedschaft im kaiserlichen Golfclub

  • positive Ergebnisabhängigkeit
    3,25 x Lohnsteigerung = 1000xMarktwertsteigerung
    Lohnumsatzelastizität ziemlich stabil bei 0.2

  • starkes Größenpotential
    Managerentlohnung ~ Unternehmensgröße (Umsatz, Mitarbeiter, ...), d.h. mit der Größe sinkt/steigt auch das Gehalt des Managers


Die Rentenzusagen richten sich nach dem Grundgehalt. Daher wird das Gehalt aufgesplitet.

Die Höhe der Rentenzusagen ist nicht bekannt. Ein großer Teil der Gehälter sind nicht monetär.

Wenn es einen starken Eigentümer gibt (mind. 25% Aktien) ist die Entlohnung meist stark ergebnissabhängig




Probleme bei der Managerentlohnung


  1. Unternehmenskontrolle

Hauptproblem: Eigentümer und Manager (Entscheidungsmacht) sind unterschiedl. Personen
--> wie gut können die Eigentümer die Manager kontrollieren? Wie groß sind die ASIV?
Ist die Kontrollmöglichkeit nicht ausreichend, erfolgt die Regelung durch den Lohn
Koplung der Löhne an Größen, die für Aktionäre (EK-Geber) wichtig sind.
Lohnsysteme dort, wo Kontrolle versagt.
Kontrollsystem: Indikationspflichten, Wirtschaftsprüfung, Kontrolle durch FK-Geber (gerade
wenn EK-Geber zu schwach, oder EK zu stark gestreut), Kontrolle durch AN und durch Staat.

  • überwachungsaktivität. Zeitliche Verschiebungseffekte nicht ausnutzbar gestalten, da sonst AG-schädliche Entscheidungen getroffen werden, z.B. keine Ausbildung/Investition/...

  • Bemessungsgrundlagen & Bewertungen teilw. Langfristig gestalten

Managerentscheidungen habe Einfluss auch andere Manager.
Entscheidungen wachsen überproportional ~ Aufstieg des Managers im Unternehmen


  1. Vertragstheorie

  1. je größer Unternehmen --> Managerentlohnung höher
    je größer Unternehmen --> Kennzahlen (Bilanzgewinn, Umsatz) steigen --> Managerlohn höher
    --> doppelter Wirkungseffekt
    Unternehmensgröße macht 40% (Hauptanteil) des Managers aus. RoE nur 4,5%
    Dauer der Zugehörigkeit --> Entlohnung

  2. Lernmodell
    Theorie: anfangs lernt der AN mehr --> stärkere
    Lohnzuw. --> steigende Produktivität
    --> Lohnzuwächse
    Praxis: Karriereversprechen reicht anfangs als Anreiz
    Gegen Karriereende fallen diese weg, da ein CEO
    nicht mehr aufsteigen kann --> Lohnzuwächse

  3. Tuniermodelle
    höhere Tunierpreisdifferenz, da die künftigen Tuniere gegen 0 gehen bzw. es weniger anstehende Tuniere gibt: Viertelfinale, Halbfinale, CEO

  • Produktionsumwege: späterer Konsum, jetzt sparen(produzieren)

  • Innvoation

  • Arbeitsteilung (zeitlich: sequentiell, parallel), Spezialisierung



Erklärung des Anstiegs der Managerentlohnung in den 90er Jahren

  • USA: Eingriff des Staates zur Regulierung dieses Anstiegs nachdem DisneyManager mit seiner Option die Diskussion anregte und sogar zum Wahlkampfthema machte. Republikaner und Demokraten waren sich sogar einig! SEC (Börsenaufsicht, Regulierungsfunktion) erstellte 1992 neue Regeln zur Managerentlohnung, die jedoch den gegenteiligen Effekt bewirkten.

    • Begrenzung der steuerlichen Abzugsfähigkeit auf...

    • Compensation Commitee darf nur noch aus Outside-Director (Aufsichtsrat) bestehen

      • d.h.Inside-Director (Vorstand) entscheiden nicht mehr über eigenes Gehalt

      • Berater dürfen eingeschaltet werden

      • Dokumentationspflicht und Begründung auf der Hauptversammlung

      • müssen über Gehälter entscheiden
        (Verhandlungen führen)

      • Informationen sind öffentlich,
        daher jedoch extra umfangreich

    • Commitee darf Vergleichsgruppe auswählen (z.B. 5 beliebige Unternehmen) anhand der die Leistung verglichen und erläutert werden soll.

    • Für die Erläuterung der Entlohnung dient ebenfalls eine Vergleichsgruppe

  • Bizjak Lemmon / Naveen

    • wollen den Anstieg der Managerentlohnung erklären

    • Analyse des Einflusses der Peergroup auf die Entlohnung

    • nach 1992 plötzliche Begründung „Managerlohn wurde lediglich auf den Durchschnitt der Vergleichsgruppe angehoben“. Das machen plötzlich alle so.
      Orientierung am Mittelwert

    • Lohnerhöhung mit Verweis auf Durchschnittslöhne der Verweis-gruppe begründet.

    • Lohnerhöhung war nicht an Mehrleistung gebunden sonder nur eine relative Lohnerhöhung

    • Bei der Leistung hat man sich mit schlechten Vergleichsuntern. verglichen, bei der Entlohnung mit guten: 90% der Unternehmen wählten unterschiedliche Vergleichsgruppen, nur 15% entlohnten leistungsabhängig.

    • Um Klagen zu vermeiden, wurde die Entscheidung an Berater weitergegeben, die jedoch auch nicht entscheiden wollten, so dass man sich gemeinsam abstimmte.



Theoretische Probleme

  1. Kontrolle
    In Deutschland sind sehr viele starke Eigentümer vorhanden -> theoretisch wird daher mehr kontrolliert, da EK-Geber genauer hinsehen. 1/n-Problem: Bei der Kontrolle des Managements trage ich die gesamten Kontrollkosten, bekomme mit meinem Anteil von 1/n jedoch auch nur 1/n des Gewinns.


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