Matthias Bernauer - Freiburg im Breisgau
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Gestaltungsregeln fuer Managerentlohnung

  1. Ausgangslage / Annahmen

    • dauerhafte Beziehung

    • gegebene Hirarchie mit effizientem Beförderungssystem

    • Mehr-Aufgaben.Charakter aller Managerverträge

    • möglichst einfach überprüfbare PGB

  1. Allgemeine Regeln

    • Bei der Ausgestaltung der Managerentlohnung ist der Einfluss der Unternehmensgröße,
      der Branchenzugehörigkeit und der Eigentümerstruktur zu kontrollieren

    • Bekannte Nachteile des Entlohnungssystems müssen stets durch das überwachungs-system kontrolliert werden

    • Als Bemessungsgrundlage sollten möglichst viele informative Signale verwendet werden

    • Exogene Risiken sollten, soweit möglich, aus den Entlohnungsbestandteilen herausgefiltert werden.

    • Mindestens einer der Prämienbestandteile sollte auf subjektiven Beurteilungen für Leistungen bei nicht antizipierten Umwetentwicklungen und anderen nicht kontrahierbaren Leistungen beruhen.

  1. Entlohnung von Geschäftsführern (Top-Managern)

    • Eine wesentliche Bemessungsgrundlage sollte sich an Marktwerten orientieren
      Residualer Marktwert : RM = Mt (Mt-1 Dt-1)(1+i)

    • Dividenden sollten möglichst vorsichtig als Bemessungsgrundlage verwendet werden

    • Der Jahresüberschuss muss als Bemessungsgrundlage nicht völlig vernachlässigt werden

    • Langfristige Anreize (LTI Long term Incentives)

      • Theorie weitgehend unklar

      • früher bilanzorientierte Ansätze, bspw. gleitende 5-Jahres-Durchschnitte von Renditen

      • heute: Optionen

  1. Entlohnung der sonstigen Manager

    • Die Entlohnung muss stets im Hinblick auf ihre zeitlichen Auswirkungen und das Karrieresystem geprüft werden

    • neben lokalen sollten zwingend auch globale Bemessungsgrundlagen verwendet werden.

    • Alle denkbaren lokalen Bemessungsgrundlagen wie Kapitalwerte, Betriebsergebnis, Residualgewinn, ROI, etc. sind hoch problematisch und können ohne entsprechende Vorkehrungen im überwachungssystem nicht funktionieren


Entwurf von Rot/Grün: alle Gehaltskomponenten offenlegen, sonst Busgeld bis 50T€ (für viele Manager zu geringe Sanktion!). Die Anteilseigner können mit 75% jedoch die Befreiung von der Publikationspflicht beschließen. Da in Deutschland oftmals Unternehmen nur Tochterfirmen anderer Unternehmen sind und eine große überkreuzverflechtung besteht und Depotstimmrechte (überwiegend Banke vertreten ihre/Aktionärsinteressen) existiert, ist dies leicht realisierbar.



Theoretische Probleme


  1. Kontrolle:

    • vorhandene Trennung von Eigentum und Kontrolle --> Kontrolle der Manager durch Aufsichtsrat, Kapitalmarkt, Banken, ...

    • Erwartungen:

      • Kleinaktionäre kontrollieren kaum

      • starke EK-Geber kontrollieren

      • starke EK-Geber setzen leistungsabhängiges Kontrollsystem durch

      • Banken kontrollieren, wenn keine starken EK-Geber vorhanden

    In Deutschland sind oftmals Muttergesellschaften aber auch Banken als starke EK-Geber vor-handen -> Banken kontrollieren, da FK-Anteil groß => Eigentümerverhältnis relevant. In den USA schwache Eigentümer, da alles am Kapitalmarkt gehandelt wird (hit&run) auch Fonds!


  1. Unternehmensgröße: wahre These: Entlohnung muss mit der Unternehmensgröße steigen:

    • Entscheidung von Managern auf höherer Ebene beeinflusst Manager unterer Ebenen (Hirarchie).

    • Verstärkung des Einfluss gem. der Ebene proportional zur geo. Reihe 1/n
      Einkommenszuwächse nehmen nach Ebenen zu.

    • Man findet auf höheren Ebenen bessere Manager, wenn das Beförderungssyst. funktioniert

    • Die Einkommenszuwächse nehmen über die Ebenen zu.

    Folgen:

    • große Unternehmen suchen bessere Manager

    • Selbstselektionsprozess: schlechte AN bewerben sich erst gar nicht bei Unternehmen mit hohen Löhnen.

    • große Unternehmen können auf besser qualifizierte Grundgesamtheit von Bewerben wählen

    • indizierter Wettbewerb unter Managern

    • Löhne Branchenabhängig
      Hotelmanager niedrigerer Lohn kann wegen Spezialqualifikation nicht wechseln. Jedoch hat es schon Branchenwechsel von der Industrie zur Dt. Bank gegeben: bester Manager von der RAF erschossen.

  1. Principal-Agent-Problem:Standardmodell:

    • Enge Annahmen, wie 1 Periode, 1 Agent, 1 Aufgabe, ...

    • zentrale Aussage: Ein gewisser Teil des Lohns sollte aus Anreizgründen ergebnisabhäng-end sein: Grundgehalt w' + Prämiensatz (alpha) * Bemessungsgrundlage B = Gehalt w

    • Der Markt sagt jedoch nicht, wie groß dieser Prämiensatz/Anteil alpha sein soll.

    • Frage nach Bemessungsgrundlage bleibt offen

    • Grundgehalt ebenfalls fraglich

    --> Verhältnis direkter Anreize (Prämien) und indirekter Anreize muss überdacht werden:

    • starke direkte Anreize werden benötigt, wenn Beförderung (indirekter Anreiz, auch: Managermarkt) gegen 0 geht.

    Außenoption (leider nicht bekannt für Top-Manager) muss beachtet werden
    ==> keine klare Aussage durch Prinzipal-Agent-Theorie bei der Managerentlohnung sagt nichts über relativen Anteil der Entlohnung, alpha und der Bemessungsgrundlage aus

  1. Managermacht: Managerentlohnung hat nichts mit Prinzipal-Agent-Modell zu tun sondern nur damit, dass der Manager sich durchsetzt (Eigeninteressen des Managers) und nicht gebremst wird. Also Mischung aus Managermacht und mangelnder Kontrolle. Außerdem sind TopManager knapp.
    Kritik daran:

    • Man kann sich auf die Anreize der outside directors nicht verlassen

    • CEO kann die Wahl und Entlohnung der Direktoren beeinflussen

    • Kontrolle durch den Managermacht zu schwach

    Managermachtansatz:

    • Relevanz des Managermachteinflusses unbestritten

    • Massive Hinweise auf problematische Formen der Entlohnung (v.a. Optionen)

    • exogene Einflüsse erklären mehr (90er Jahre)

    • Vergütungsberater helfen eher den CEO und verschleiern die Höhe der Löhne (camouflage)

    --> Managerentlohnung hat nichts mit Anreizen zu tun.
    --> lassen sich Anteilseigner dauerhaft ausbeuten?
    => denkbare alternative Erklärung


Staat will Managerlöhne beschränken --> Ausbeutung von Anteilseigner verhindern --> Schutz der Kapitalisten = Sorge des Staats? Publikation der Pensionsansprüche wäre interessanter!

1-3: z.B. Bilanzgewinn mag verzerrt sein, jedoch ein gutes Signal/Indikator

1-4: z.B. Konjunktur/Inflation sollte unberücksichtigt bleiben
Herausfiltern durch relative Vergleiche (Durchschnitt der Branche, ...)
sonst würde Manager Risikoprämie verlangen (z.B. für TradeCenter Untergang)
Manager kann nichts für die Marktentwicklung

2-1 Orientierung an welcher Vergleichsgruppe
Residualer Marktwert kann nur steigen, wenn lohnende Investitionen mit Zinssatz i durch-
geführt werden, d.h. ich zahle nur mehr Lohn, wenn ich tatsächlich reicher geworden bin.




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