Matthias Bernauer - Freiburg im Breisgau
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Berufsausbildungsverhältnis


Berufsausbildungsverhältnis

Definition : Der Berufsausbildungsvertrag ist ein besonderer Dienstvertrag,
der Arbeitsleistung und Berufsausbildung umfasst

Voraussetzung : Ausbildungsvertrag, d.h. eine rechtliche Beziehung zwischen den Vertragspartnern

Rechtliche Grundlage : Berufsausbildungsgesetz (BBiG)

Bezeichnung : Auszubildende(r) = Person die ausgebildet wird

Vertragspartner 
Ausbildender = Unternehmen, das ausbildet
Ausbilder = Person, die im Unternehmen mit der Ausbildung von der Geschäftsleitung beauftragt ist

Ausbildungsvertrag : Der Ausbildungsvertrag muss schriftlich zwischen dem Ausbildenden und dem
Auszubildenden geschlossen werden.
Ist der Auszubildende minderjährig, so ist die Unterschrift des gesetzlichen Vertreters
erforderlich (wegen beschränkter Geschäftsfähigkeit)

Pflichten (Azubi) :
Hauptpflichten
Lernpflicht
Dienstleistungspflicht (Arbeitspflicht)
Nebenpflichten, u.a.
Befolgung von Anweisungen (Gehorsamspflicht)
   beharrliche Arbeitsverweigerung ist fristloser Kündigungsgrund
Berufsschulpflicht
Schweigepflicht über Betriebsgeheimnisse (Treuepflicht)

Pflichten (Ausbildender):
Hauptpflichten
Ausbildungspflicht
Zahlung einer Ausbildungsvergütung
Nebenpflichten, u.a.
übertragung nur ausbildungsbezogener Tätigkeiten
Schutz und Fürsorgepflicht
z.B. Vermeidung von Unfall- oder Gesundheitsgefahren
Freistellung zur Berufsschule

Beginn : Das Berufsausbildungsverhältnis muss mit einer Probezeit beginnen (§13, BBiG)

Dauer der Probezeit
Sie dauert mindestens einen und darf höchstens drei Monate dauern

Zweck der Probezeit
Sie dient der beiderseitigen überprüfung der getroffenen Entscheidung
Ausbildender : Richtigkeit der Bewerberauswahl (z.B. soziales Verhalten)
Auszubildender : Richtigkeit der getr. Berufsentscheidung (z.B. Berufseignung)

Dauer : Das Berufsausbildungsverhältnis dauert normalerweise 3 Jahre
Bei vorliegender Vorbildung besteht Verkürzungsmöglichkeit (kein Anspruch)

Beendigung :
Innerhalb der Probezeit kann ohne Angaben von Gründen fristlos gekündigt werden
Für Auszubildende besteht nach Ablauf der Probezeit ein besonderer Kündigungsschutz
Das Berufsausbildungsverhältnis endet mit Bestehen der Abschlussprüfung vor der
IHK (= Kaufmannsgehilfeprüfung)

vorzeitige Beendigung : Vertragsauflösungsmöglichkeiten

  1. im gegenseitigen Einvernehmen

  2. Vorliegen eines triftigen (wichtigen) Grundes -> fristlose Kündigung
    Beispiele:
    beharrliche Arbeitsverweigerung
    Verweigerung des Besuchs der Berufsschule
    Diebstahl / Unterschlagung
    grobe Beleidigung
    Tätlichkeiten (=Handgemenge, Prügelei)

  3. Berufswechsel / Aufgabe der Berufsausbildung
    Wird ein anderer Ausbildungsberuf ergriffen oder die Berufsausbildung abgebrochen,
    ist eine Kündigungsfrist von vier Wochen zu beachten



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