Matthias Bernauer - Freiburg im Breisgau
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Markt als Koordinationsmechanismus


Kostenvorteile:

  1. Kostenvorteile können aufgrund von zu unterschiedlichen Technologien (Kenntnis von Produktionsmöglichkeiten) von vornherein entstehen

  2. Kostenvorteile können aber auch bei identischen Technologien erst im Zuge der Produktion durch Spezialisierung entstehen > Lern und Erfahrungskurven

  3. Unabhängig davon, woher die Kostenvorteile stammen ermöglichen sie bei konstantem Ressourceneinsatz eine Steigerung der gesamten Ausbringung und eine allseitige Nutzensteigerung, wenn die Produktion koordiniert und das gemeinsame Produktionsergebnis mehrerer Individuen in geeigneter Weise aufgeteilt wird.

  4. Ein Produzent hat gegenüber einem anderen Produzenten absolute Kostenvorteile bei der Produktion eines Gutes, wenn er eine bestimmte Menge dieses Gutes mit einem geringeren Ressourceneinsatz herstellen kann.


Märkte als Koordinationsmechanismus:

  1. Wechsel vom Kooperationspartner ist auf Märkten möglich

  2. 1.Schritt einer Kooperation: Suche nach einem geeignetem Vertragspartner

  3. Für den Verkäufer ist es derjenige Vertragspartner, der die grösste Zahlungsbereitschaft für das Gut aufweist.

  4. Der Käufer sucht nach demjenigen Vertragspartner, der zum geringsten Betrags bereit ist, sich von dem betreffenden Gut zu trennen.
    > Lenkungsinstrument, das Güterströme koordiniert, ist auf einem Wettbewerbsmarkt der Preis der Güter.


Preis: Betrag, zu dem ein Verkäufer bereit ist, sich von dem Gut zu trennen.

Abnehmende Zusatzkosten > Steigende Stückkosten

Zunehmende Zusatzkosten > fallende Stückkosten


  • Planungsoptimum:
    Alle Individuen passen sich im Rahmen der für sie geltenden Budgetrestriktion nutzenmaximierend an diese Preise an und äussern dabei Kauf und Verkaufswünsche.

  • Markträumung:
    Die Angebots und Nachfragemengen sind bei allen Gütern ausgeglichen.

  • ParetoOptimum
    Es ist kein Gütertausch mehr denkbar, bei dem alle Individuen eine Nutzensteigerung erzielen. Nutzenstigerung eines Individuums geht zwingend mit einer Nutzenminderung mindestens eines anderen Individuums einher.

  • Marktfehler liegen dann vor, wenn Märkte nicht existieren oder ihre Koordinationsaufgaben nicht erfüllen. Verdoppelung des Inputs führt zu weniger als eine Verdoppelung des Outputs


Universalitätsbedingung:

Def: Alle Güter und Produktionsfaktoren müssen zu einem positiven Preis erworben werden können.

Externer Effekt (Externalität): ein bestimmtes Gut wird von einem Individuum konsumiert und erhöht dessen Nutzen, ohne es dafür einen Preis bezahlt hat

> wenn diese nicht erfüllt ist, kann es externe Effekte annehmen.

Bei externen Effekten ist die Universalitätsbedingung verletzt!

positiv schöner garten des Nachbars

negativ Umweltverschmutzung



Marktmacht: Konvexitätsbedingung ist verletzt

Konvexitätsbedingung:

Produktionsfunktion der Unternehmen besitzt die Eigenschaft abnehmender Skaleneinträge / Nutzenfunktion der Haushalte besitzt die Eigenschaft abnehmender Grenznutzen
> keine Grössenvorteile

bei Verletzung der Konvexitätsbedingung:

> Gewinnmaximum liegt im Unendlichen


Transaktionskosten umfassen:

  1.   Anbahnungskosten (Informationskosten):

Wirtschaftlich handelnde Individuen sind nicht von vornherein in Kenntnis aller Informationen, die erforderlich sind, um die denkbar beste Entscheidung zu treffen

( Kosten bei der Suche eines geeigneten Vertragspartners)

2) Vereinbarungskosten:

z.B. Verhandlungen bei Vertragsgestaltung

3) Kontrollkosten:

Kosten für die überprüfung der zugesicherten Qualität

4) Anpassungskosten:
Kosten für die Anpassung an veränderte Umweltbedingungen
5) Durchsetzungskosten:
Bei Nichterfüllung von Verträgen müssen Strafen die Folge sein (Voraussetzung: eigennütziges Verhalten der Individuen)


Externe TAK: fallen zwischen Unternehmen an

Interne TAK: fallen im Unternehmen an bei der Lösung Koordinationsproblemen


Beispiel: Getreidefeld Rinderherde

Ausgangspunkt:
Der verursachte Minderertrag des Getreidebauern ist umso grösser je grösser die Rinderherde ist.

Müsste der Rinderbauer die verursachten Mindererträge selber tragen, würde er zwischen dem durch eine Vergrösserung der Herde erzielbaren Mehrertrag und der damit verbundenen Getreideminderernte abwägen. Da aber allein der Getreidebauer die Nachteile in Form einer Minderernte tragen muss, vergrössert der Rinderbauer seine Herde über den optimalen Punkt hinaus! Rinderbauer entscheidet nach Massgabe seines eigenen Gewinns:

Herdengrösse von 5 privates Optimum > höchster privater Gewinn von 125

bei Einbeziehung der externen kosten Herdengrösse von 4 als Optimum

> höchster sozialer Gewinn von 80



Aufgabe

  1. a) Firma 1 kann alle Erträge für sich vereinnahmen, trägt jedoch nicht alle Kosten selbst

Firma 2 trägst auch Kosten für die Produktion von X


  • exklusive Verfügungsrechte:
    Eigentumsrechte sind ausschliesslich einzelnen Individuen zugeordnet!

  • nichtexklusive Verfügungsrechte:
    Verfügungsrechte sind mehreren Individuen zugeordnet

  • Ausschliessbarkeit: Ausschluss eines Individuums vom Konsum eines Gutes ist möglich

  • Rivalität: Individuen, die gemeinsam ein bestimmtes Gut konsumieren


Im Fall von öffentlichen Gütern:

  1. keine Ausschliessbarkeit

  2. keine Rivalität

  3. in diesem Fall sind die Gebrauchsrechte stets nicht exklusiv

  4. Folge: Recht auf Veräusserung hätte im Fall von öffentlichen Gütern gar keinen Wert, selbst wenn es einem bestimmten Individuum zugewiesen würde.


Allmende Güter:

  1. kein Ausschluss von Konsumenten möglich

  2. es besteht aber Rivalität im Konsum bzw. Nutzung des gutes

  3. Bsp fischen auf dem Meer

  4. übernutzung: überfischen


Verfügungsrechte liegen uneingeschränkt beim Rinderbauern

  1. damit ist er zur Schädigung des Getreidebauern berechtigt

  2. in diesem Fall kann es zu privatrechtlichen Vereinbarungen zwischen den beiden Bauern kommen

  3. z.B dass der Getreidebauer für jedes Rind, um das der Rinderbauer seine Herde verkleinert, diesem eine Ausgleichszahlung von 7,5 anbietet!

  4. Rinderbauer wird bei dieser Vereinbarung seine Herde um 1 Rind verringern

    1. sein privater Gewinn steigt um 125 auf 127, 5

    2. gleichzeitig sinkt die Minderernte des Getreidebauern um 50 auf 47,5

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