Matthias Bernauer - Freiburg im Breisgau
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Entscheidungsrechte

Entscheidungsrechte

Chancen und Risiken von Delegation im Vergleich zur Partizipation

Delegation und Partizipation sind Formen, Entscheidungsrechte (Recht zur inhaltlichen Festlegung der Aufgabenerfüllung) in Organisationen zu verteilen

  • Delegation:
    vollständige Weitergabe von Entscheidungsrechten an untergeordnete Stellen

  • Partizipation:
    Beteiligung untergeordneter Mitarbeiter an Entscheidungsrechten der Vorgesetzten

  • gem. Chancen

    • dezentral verteiltes Wissen der Mitarbeiter kann in Entscheidungen mit einfließen

    • Qualität der Entscheidungsfindung wird verbessert, weil die unteren Ebenen meist einen genaueren und problemnäheren Informationsstand (Kundenbedürfnisse, Produkteigenschaften, genauere technische Kenntnisse,...) haben

    • Erhöhung der Mitarbeiter-Motivation, da diese sich mit Entscheidungen besser identifizieren

    • Entlastung der Vorgesetzten, Einsparung von Oportunitätskosten)

  • Chancen der Delegation: beschleunigte und billigere Entscheidungsprozesse, da lanwieriger Transfer der Informationen bis zur höheren Ebene entfallen

  • Chancen der Partizipation:

    • Intensiver Austausch unterschiedl. Perspektiven (z.B. Techniker, Vertriebsleiter) verringern Informationsasymmetrien

    • kreativeres Potential und schafft frühzeitige Transparenz über mögl. Konflikte

  • gem. Risiken
    überforderung der Mitarbeiter, insb. Wenn die Kongruenzforderungen nicht beachtet wurden (ungenügende Qualifikation kann zur Frusttration führen)

  • besonderes Risiko der Delegation
    Diskretionäre Entscheidungsspielräume ermöglichen opportunistisches Verhalten (Ausnutzen) und führen zu Agency-Kosten (Kontrollkosten, Anreizverträge, 'Versicherungs'kosten, ...)

  • besondere Risiken der Partizipation

    • keine klare Zuordnung der Verantwortung auf Einzelpersonen möglich, da die Gruppe am Entscheidungsprozess als Ganzes beteiligt ist.

    • Gruppenentscheidungen sind langsamer und teurer/kostspieliger

    • Gruppenentscheidungen können zu Anomalien führen



Was versteht man unter dem Gutenbergschen Substitutionsprinzip ?

Das Prinzip besagt, dass soweit wie möglich fallweise Regelungen für Arbeitsabläufe und Problemlösungsprozesse durch allgemeine organisatorische Regelungen ersetzt werden sollen.

Dieser Vorgang wird Programmierung genannt. Gründe:

  • Verringerung des personenbezogenen Koordinationsaufwands

  • Beschneidung von individuellen Ermessensspielräumen führt zu Erwartungsstabilisierung
    --> Verbesserte Planbarkeit, Prognosen, Kontrollmöglichkeiten

  • Regeln werden gespeichert --> Erfahrungswissen (best Practice) und externalisiert dies aus den Köpfen der Mitarbeiter (AN kündigt; Wissen bleibt erhalten; neuer AN schneller angelernt)

  • Formen der Programmierung Priorität

    • starr +++++

    • flexibel ++++

    • Rahmen.Pr. bezieht sich auf Prozesse +++

    • Outputkontrolle z.B. Pflichtenhefte ++

    • Planungs- und Kontrollsysteme z.B. Umsatzkontrolle, Kennzahlen +

    • Werteorientierung schwammige Normen, z.B. 'Kunde ist König'


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